Poultry

Fressen Hühner alles?

2 Min. Lesedauer veröffentlicht am 25 November 2020
Wim Peters

"Mein Onkel hatte vor 50 Jahren einen Stall mit 300 Hühnern, er warf nur seine Reste hinein. Heute gibt es 15.000 Legehennen im kleinsten Stall, aber kein Landwirt, der Essensreste hinein wirft".

Wim Peters ist ein Geflügelspezialist bei der Vencomatic Group, er hatte viele Fragen von Landwirten zu Hühnern. Einschließlich der Frage, ob Hühner alles fressen. Wim ist diesbezüglich sehr entschieden, Landwirte gehen bei Futtermitteln keine Risiken ein: "Sie haben viel zu viel Angst vor Salmonelleninfektionen, die Lebensmittelsicherheit hat höchste Priorität".

Dieses Interview ist Teil einer Serie von Artikeln, Antworten auf Fragen über Hühner und Eier von den Geflügelspezialisten der Wissensabteilung von Vencomatic.

Mögen Hühner wirklich alles?

"Sie tun eine Menge. Ein Huhn ist ein Allesfresser, es frisst sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung: Pfeiler, zum Beispiel, und Türme. In einem Streichelzoo bekommen sie auch Brot, das aus Getreide hergestellt wird, also mögen sie es. Aber sie mögen auch Äpfel. Schweine sind jedoch die wahren Allesfresser, sie bekommen oft Abfallprodukte. Bei Hühnern wird dies kaum getan, vor allem um eine Salmonelleninfektion zu verhindern. Man muss eine neue Anlage für neues Hühnerfutter und ein neues Silo haben, aber das ist bei Schweinen nicht der Fall".

"Hühnerhalter kaufen daher in der Regel nur Futter von einer Futtermittelfabrik, das alle Nährstoffe enthält. In den letzten Jahren haben sie auch begonnen, mehr und mehr auf pathogene Organismen im Futter zu achten, wie zum Beispiel Salmonellen. Ein Landwirt muss von jeder Futtermittellieferung eine Probe nehmen und diese aufbewahren, für den Fall, dass sich später etwas als falsch herausstellt. Das nennt man Tracking und Tracing, nicht wahr?"

Hühner werden also nicht extra gefüttert?

"Hühner werden im Allgemeinen nicht zusätzlich gefüttert, es sei denn, sie wollen bewusst die Paarungschance bei Broiler-Elterntieren erhöhen. Schließlich muss ein Brutei befruchtet werden, sonst ist es wertlos. Häufig geben die Bauern dann spezielles "Kratzfutter" in Form von Bruchkorn oder Bruchmais, das man in den Einstreuraum wirft und so die Hennen und damit auch die Hähne anlockt. Wenn die Hennen auf dem Gitter bleiben, werden sie von den Hähnen nicht 'betreten' und es wird nichts gedüngt".
"Bei Hähnchen sieht man oft Ausnahmen von der Regel. Wenn Landwirte zum Beispiel selbst Getreide anbauen, wollen sie natürlich die Futterkosten senken. Aber dann brauchen sie eine separate Anlage mit ihrem eigenen Getreide, die es mit dem regulären Futter vermischt. Ich war einmal bei einem Bauern in den Niederlanden, der das gemacht hat."
"Was nicht viele Menschen wissen: Das Futter bestimmt den Geschmack des Eies. In einem Geschäft sieht man oft bis zu zehn verschiedene Arten von Eiern, zum Beispiel aus Freilandhaltung. Der Geschmacksunterschied liegt jedoch nicht im Haltungssystem, sondern in der Nahrung. Ein Getreideei schmeckt anders, weil die Legehenne anderes Futter bekommen hat. Es gibt Leute, die schwören auf Eier aus Freilandhaltung, aber ich glaube, das liegt vor allem daran, dass sie sich weniger schuldig fühlen. Der Geschmack ist derselbe".

Picture of Edwin Vlems

Herausgegeben von

Edwin Vlems
Edwin Vlems is Marketing Manager at Vencomatic Group

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