Geflügel

Freilandhaltung: Was sollten Sie als Geflügelzüchter beachten?

2 Min. Lesedauer veröffentlicht am 28 Dezember 2020
Gust Fleerakkers

"Die meisten Hennen in einem Freilandstall gehen nicht einmal nach draußen, alles was sie brauchen, ist im System: Futter, Trinken und ein Platz zum Schlafen oder Eierlegen. Aber Legehennen sind von Natur aus sehr neugierig, und wenn sie einmal einen Auslauf im Freien genossen haben, ziehen sie es vor, dies jeden Tag zu tun".

Gust Fleerakkers ist Geflügelspezialist bei der Vencomatic Group, er erhält regelmäßig Fragen von Landwirten zur Freilandhaltung. Vor allem zu den Vor- und Nachteilen: "Landwirte möchten gerne etwas Leben in ihrem Stall sehen, damit sie sehen können, wie es ihren Hühnern geht. Deshalb werfen sie oft etwas zusätzliches Getreide außerhalb des Systems oder außerhalb des Stalls, damit die Hühner nicht zu still sitzen. Ist das nicht der Grund, warum Sie sich als Landwirt für die Freilandhaltung entschieden haben? 

Was sind die Vorteile der Freilandhaltung?

"Es gibt nur einen Grund, als Geflügelzüchter auf Freilandhaltung umzusteigen, und das ist, den Hennen mehr Platz zu geben. Die Eier schmecken nicht wirklich besser, wie manche Leute denken. Jeder Geflügelzüchter freut sich, wenn er glückliche Hühner sieht, noch schöner ist es, wenn sie frei draußen laufen und ein gesundes und natürliches Verhalten zeigen. Glauben Sie mir, das ist wirklich befriedigend für einen Geflügelzüchter".

"Man muss genügend Boden zur Verfügung haben, denn Freilandhaltung bedeutet mehr Platz pro Huhn. Landwirte, die auf Freilandhaltung umstellen, müssen bereit sein, zu investieren, es muss auch ein Verdienstmodell geben. Das ist natürlich ein Teil des höheren Preises, für ein Ei aus Freilandhaltung erhält ein Geflügelhalter zwei bis drei Cent mehr. Damit decken sie die höheren Kosten. 

Und was sind die Nachteile?

"Abgesehen von den höheren Bodenkosten sind Freilandhühner natürlich auch für Füchse und Raubvögel verloren. Durch das Scharren im Freien erhöht sich auch das Risiko einer Ansteckung mit Krankheiten wie der Vogelgrippe, da es eine Stallpflicht für Hühner gibt. Auch in den Bereich außerhalb des Stalls muss man investieren, laut Richtlinien müssen Unterstände und Tränken vorhanden sein". 

"Viele Freilandbauern investieren auch in einen Schotterweg direkt neben dem Stall. Die meisten Hühner, die nach draußen gehen, bleiben aus Angst oft in der Nähe des Stalls. Sie wollen zum Beispiel nach drinnen flüchten, wenn ein Flugzeug vorbeikommt. Daher ist das Gebiet um den Stall oft eine sandige Ebene; wenn es geregnet hat, gibt es viel Schlamm. Ein Schotterweg verhindert, dass es auch drinnen zu einer Sauerei wird".

"Freilandhaltung stellt auch Anforderungen an die Belüftung, viele Belüftungssysteme können das Öffnen und Schließen der Luken nicht richtig verarbeiten. Das hat zur Entwicklung neuer Klimasysteme wie der Gleichdrucklüftung geführt, das ECO Zero Lüftungssystem der Vencomatic Group ist auch ein gutes Beispiel dafür". 

Worauf muss man achten, wenn man als Geflügelhalter auf Freilandhaltung umstellen will?

"Zunächst müssen Sie eine Reihe von Fragen beantworten: Ist Ihr aktuelles System ausreichend? Und welches System passt besser? Vor allem muss man sich die örtlichen Vorschriften anschauen, was die Anzahl der Tiere angeht. In Ländern mit viel Platz, wie England, den Vereinigten Staaten oder Australien, ist die Umstellung auf Freilandhaltung aufgrund der Verfügbarkeit von Land einfacher. Das sind wirklich 'Freilandländer'. 

"Wenn Geflügelhalter auf Freilandhaltung umstellen wollen, tun sie das meist im bestehenden Stall.  Sie kontaktieren uns dann, um zu sehen, was sie wollen und was möglich ist. Für die Vencomatic Group spielt es keine Rolle, für welches System sie sich entscheiden, wir geben nur die bestmögliche Beratung. Und dann können sie den Hühnern den Platz geben, den sie brauchen". 

Herausgegeben von

Edwin Vlems

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